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Maßgefertigte Schulterprothese bei ausgeprägter deformierender Schulterarthrose

Inhaltsverzeichnis

Die Schulterendoprothetik hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Gerade bei komplexen Veränderungen des Schultergelenks lassen sich heute individuelle Lösungen einsetzen, wenn eine Versorgung mit einer Standardprothese nicht mehr möglich ist. Ein aktueller Fall aus meiner Praxis zeigt, was mit einer patientenspezifischen Schulterprothese erreicht werden kann.

Die Ausgangssituation: Jahrelange, zunehmende Schulterschmerzen

Der Patient stellte sich nach jahrelangen, kontinuierlich zunehmenden Schulterschmerzen vor. Die Beschwerden traten sowohl unter Belastung als auch in Ruhe auf und schränkten ihn im Alltag erheblich ein. Die Beweglichkeit war deutlich reduziert – das Anheben des Arms war nur noch eingeschränkt möglich. Konservative Behandlungsmaßnahmen brachten zuletzt keine ausreichende Besserung mehr.

Die Diagnose: Weit fortgeschrittene deformierende Omarthrose

Die radiologische Diagnostik zeigte eine weit fortgeschrittene deformierende Omarthrose mit erheblich veränderter Gelenkanatomie. Durch den ausgeprägten Knochenverlust und die Deformierung der Gelenkpfanne war eine Versorgung mit einer herkömmlichen Schulterprothese nicht sinnvoll möglich: Eine Standardprothese hätte weder die notwendige Stabilität noch eine ausreichende Rekonstruktion der Gelenkgeometrie gewährleisten können.

Individuelle Planung: 3D-Analyse und patientenspezifische Sonderanfertigung

Nach ausführlicher Analyse der Computertomographie wurde die Operation dreidimensional geplant. Gemeinsam mit dem Hersteller entstand eine patientenspezifische Sonderanfertigung, die exakt an die individuelle Anatomie des Patienten angepasst war. Auf dieser Grundlage ließ sich der Eingriff präzise vorbereiten und durchführen.

Der Eingriff und der postoperative Verlauf

Die Implantation der maßgefertigten Schulterprothese verlief planmäßig. Bereits in den ersten Wochen nach der Operation zeigte sich eine kontinuierliche Verbesserung der Schulterfunktion. Im weiteren Verlauf nahmen die Schmerzen deutlich ab, und die Beweglichkeit konnte erheblich verbessert werden.

Das Ergebnis: Zurückgewonnene Lebensqualität

Der Patient ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er bewältigt seinen Alltag wieder weitgehend schmerzfrei und kann Tätigkeiten ausführen, die über Jahre nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich waren. Sowohl die Schmerzreduktion als auch die wiedergewonnene Beweglichkeit haben seine Lebensqualität spürbar verbessert.

Fazit

Komplexe Schultererkrankungen erfordern eine sorgfältige Diagnostik und eine individuelle Behandlungsstrategie. Moderne 3D-Planungsverfahren und patientenspezifische Implantate ermöglichen heute auch bei ausgeprägten Deformitäten eine erfolgreiche operative Versorgung – dort, wo Standardimplantate an ihre Grenzen stoßen.

verfasst von:

Dr. Navid Bahrami

Dr. med. univ. Navid Bahrami ist Facharzt für Orthopädie und Traumatologie und führt als Wahlarzt seine Ordination in der Magdalenenstraße 13 in 1060 Wien. Sein Schwerpunkt liegt in der Schulterchirurgie, insbesondere in der minimalinvasiven Arthroskopie. Daneben behandelt er Beschwerden an Knie, Hüfte, Wirbelsäule, Ellenbogen, Hand und Fuß – von akuten Sportverletzungen bis zu chronischen Abnützungserscheinungen.

Fotoquellen: Adobe Stock, https://stock.adobe.com; https://elements.envato.com

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