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Was ist Fieber und welchen Zweck erfüllt es?

Inhaltsverzeichnis
Foto: Monstar Studio / © stock.adobe.com

Fieber – wie die Körperreaktion bei der Bekämpfung von Krankheiten hilft

Fieber geht mit einer Reihe verschiedener Erkrankungen einher und zeigt an, dass das Immunsystem des Körpers aktiv ist. Dabei ist Fieber lediglich ein Symptom, das mit der Bekämpfung von Krankheitserregern einhergeht. Der folgende Artikel zeigt, wofür Fieber gut ist, wie die Temperatur gesenkt wird, ab wann ein Arzt aufgesucht werden sollte und viele weitere Fakten um die Körperreaktion.

Was ist Fieber?

Fieber ist ein fest definierter Begriff. Ein Körper hat Fieber, wenn er eine Temperatur von 38 Grad Celsius oder mehr aufweist. Hohes Fieber liegt bei einer Körpertemperatur von 39°C bis 41°C vor. Steigt sie über 41°C, hat der Betroffene extrem hohes Fieber. Die Temperatur wird für ein möglichst exaktes Ergebnis rektal gemessen.

Wieso ist Fieber gut?

Fieber ist nicht nur ein Symptom der Bekämpfung von Viren und Bakterien. Der Körper erhöht seine Temperatur bewusst, da so verschiedene Vorgänge schneller ablaufen und er auf diese Weise effektiver arbeiten kann. Es wird vermutet, dass die hohe Temperatur für eine verstärkte Aktivierung der Abwehrzellen sorgt. Wie hoch das Fieber steigt, hängt sowohl von der individuellen Beschaffenheit des Körpers ab, als auch von der Art der Erkrankung: In der Regel verursachen Erkältungsviren kein oder nur ein geringes Fieber; bei Bakterien oder Grippeviren hingegen kommt es oft dazu.

Was ist die normale Körpertemperatur und ab wann spricht man von erhöhter Temperatur?

Ein gesunder menschlicher Körper hat eine Temperatur zwischen 36°C und 37°C. Liegt sie bei 37,5°C bis 38°C, spricht man von erhöhter Temperatur.

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Gibt es Menschen, die öfter zu Fieber neigen?

Wie schnell ein Mensch Fieber bekommt, hat in erster Linie genetische Gründe. Auch weitere Faktoren wie das Lebensalter oder Erkrankungen spielen eine Rolle. So haben Kinder und Jugendliche oft noch recht hohes Fieber, während es im Alter seltener wird und einen weniger starken Verlauf hat. Das liegt daran, dass ältere Menschen oft ein geschwächtes Immunsystem haben, das entsprechend weniger auf Krankheitserreger reagiert.

Weiterhin kann die Einnahme von Medikamenten die Funktionen der körpereigenen Abwehr unterdrücken und so die Höhe des Fiebers reduzieren. Auch Erkrankungen wie Diabetes kann mit einem milderen Verlauf einhergehen.

Auch Menschen, die im Kindesalter besonders viele Erkrankungen durchgemacht haben, haben als Erwachsene oft nur noch mildes Fieber. Grund dafür ist, dass der Körper bereits früh gelernt hat, mit einer Reihe verschiedener Krankheiten umzugehen und bei einer erneuten Infektion nun besser und schneller reagieren kann. Dies führt zu harmloseren Verläufen, die eine geringere Immunreaktion erfordern und damit weniger Fieber erzeugen.

Was bezweckt Fieber?

Fieber lässt Körperprozesse schneller ablaufen und sorgt so für eine Alarmbereitschaft des gesamten Organismus‘. Der Puls geht schneller, der Stoffwechsel ist angekurbelt und der Magen-Darm-Trakt ist aktiviert, was Schadstoffe schneller aus dem Körper transportieren soll. Damit kann dieser besser auf Krankheitserreger reagieren und so seine Zellen schützen.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein mit einer einfachen Erkältung einhergehendes Fieber ist an sich noch kein Grund zur Sorge und verschwindet in der Regel nach nur wenigen Tagen. Hält es hingegen länger an oder bringt hohe Temperaturen von 39,5°C oder mehr mit sich, könnte der Grund dafür eine schwere Erkrankung sein. Auch ein erneuter Anstieg des Fiebers spricht für eine Komplikation im Verlauf. Hier ist es ratsam, einen Arzt heranzuziehen. Insbesondere ist das der Fall, wenn es zu Sinnestrübungen oder zu Bewusstseinsstörungen kommt oder ein starkes Krankheitsgefühl wahrgenommen wird. Auch bei kleineren Kindern oder Säuglingen sollte bei Fieber schon früh der Arzt aufgesucht werden: Ihre Krankheitsverläufe und Reaktionen sind oft stärker, während ihre Immunabwehr noch nicht gänzlich ausgeprägt ist, was sie besonders gefährdet.

Wie wird Fieber ausgelöst?

Die Temperatur des Körpers wird im Gehirn geregelt. Werden Krankheitserreger wahrgenommen, wird hier in manchen Fällen der Befehl gegeben, die Temperatur zu erhöhen. Auslöser sind dabei Bakterien und Viren, aber auch Botenstoffe wie Prostaglandine, der die Bekämpfung von Erregern unterstützt.

Wie wird Fieber gesenkt?

Fieber ist eine Funktion, die der Körper bewusst einsetzt, um Krankheiten effektiver bekämpfen zu können. Es hat somit eine gewisse Daseinsberechtigung und sollte daher nicht grundlos gesenkt werden. Es gibt allerdings Situationen, in denen dies sinnvoll sein kann. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Fieber sehr hoch ist. Die hohe Temperatur belastet den Körper und kann insbesondere bei älteren Menschen zu Kreislaufproblemen und Herzbeschwerden führen.

Folgende Möglichkeiten kommen dabei in Betracht:

Wie wird Fieber gemessen?

Im Fall einer Erkrankung ist es sinnvoll, die Körpertemperatur regelmäßig selbst mit einem Thermometer zu überprüfen. Dies kann an verschiedenen Stellen geschehen, wobei jeweils unterschiedliche Thermometer zum Einsatz kommen.

  • Das beste Ergebnis wird mit der rektalen Messung erzielt. Hierbei wird die Spitze des Thermometers mindestens vier Minuten lang in den After eingeführt.
  • Für eine Messung im Mundraum wird das Thermometer fünf Minuten lang unter der Zunge platziert. Die Lippen umschließen es dabei fest, damit die Temperatur möglichst exakt aufgezeichnet wird. Zum Ergebnis muss schließlich ein Wert von etwa 0,5°C addiert werden.
  • In der Achselhöhle kann ebenfalls die Temperatur gemessen werden – hier fällt das Ergebnis allerdings sehr ungenau aus. Daher muss auch hier die gemessene Zahl um 0,5°C erhöht werden.
  • Ein Infrarotthermometer bietet schließlich den Vorteil, dass ein kontaktloses Messen möglich ist. Hierfür bedarf es allerdings ein wenig Übung und die Methode funktioniert in einigen Fällen – etwa dann, wenn der Betroffene gerade bei kaltem Wetter unterwegs war – nicht zuverlässig

Welche Unterschiede ergeben sich bei Kindern, Erwachsenen und älteren Personen und warum haben Kinder öfter Fieber?

Das Immunsystem lernt im Laufe des Lebens verschiedene Krankheiten kennen. Auf diese Weise bildet es eine Art “Gedächtnis” und kann bei einer Wiedererkrankung besser reagieren. Das bedeutet, dass Kleinkinder noch kein ausgeprägtes Immunsystem haben und bei ihnen daher besondere Vorsicht geboten ist. Sie haben öfter und stärkeres Fieber als Erwachsene, was ihren Körper stark belasten kann. Im Zweifelsfall sollte daher immer ein Arzt aufgesucht werden und zwar auch dann, wenn eine vermeintlich harmlose Temperatur wie 38°C gemessen wird. Auch Säuglinge, die schlapp oder schläfrig sind oder nur wenig trinken ist ein Arztbesuch ratsam. Übergibt sich ein Kind mit Fieber oder hat Durchfall oder gar Anzeichen von Atemnot, ist sofort ein Notarzt zu kontaktieren.

Jugendliche oder Erwachsene sollten dann zum Arzt gehen, wenn das Fieber mehrere Tage anhält oder einen Wert von 39°C überschreitet. Werden weitere Symptome wie Ausschlag oder Benommenheit wahrgenommen, sollte hingegen ebenfalls ein Notarzt gerufen werden.

Im Alter nimmt die Funktion des Immunsystems wieder ab. Hinzu kommen ein Risiko für Kreislaufschwächen und eine ohnehin niedrigere Körpertemperatur, weshalb auch geringere Temperaturerhöhungen durchaus auf ein Risiko hindeuten können. Ältere Menschen nehmen außerdem oft zu wenig Flüssigkeit auf. Im ohnehin schon vom Fieber geschwächten Körper kann dies zu schweren Folgen wie Nierenversagen führen. Daher sollte auch hier schon frühzeitig ein Arzt kontaktiert und das Fieber bei Bedarf mit den aufgezeigten Mitteln gesenkt werden.

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