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eHealth Trends – Digitalisierung im Gesundheitswesen

Inhaltsverzeichnis
Foto: daniilvolkov / © stock.adobe.com

Die neuesten eHealth Trends

Die Digitalisierung erfasst jeden Bereich des täglichen Lebens und bringt nicht nur wirtschaftliche Innovationen und ein Plus an persönlichem Komfort, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf unser Gesundheitswesen.
Die neuesten eHealth Trends zeigen dabei ganz deutlich, wie Technologie das Gesundheitswesen von Grund auf umkrempeln kann und wie Patient*innen und Ärzt*innen von der Vernetzung profitieren. Die wichtigsten Trends haben wir Ihnen in diesem Überblick aufbereitet.

Unsere Gesundheit wird digitaler – diese eHealth Trends sollten Sie im Blick behalten

Die COVID-Krise hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Digitalisierung und moderne Technik bei der Bekämpfung von Krankheiten, Pandemien und der täglichen Gesundheit sein können. Wenn auch nicht alles positiv verlaufen ist und die Entwicklung der Technik in vielen Punkten hinter den Erwartungen zurück blieb, so sind Digitalisierungsmechanismen wie die Corona-Warn-App ein wichtiger Ausblick in die Zukunft von eHealth – eine Schnittstelle zwischen Digitalem und Gesundheitswesen.

Die Bundesregierung hat unabhängig von der COVID-Krise mit ihrer Initiative zur eHealth eine Idee von der Digitalisierung im Gesundheitswesen bis 2025 entwickelt. Die Marschrichtung dabei ist klar, denn in Europa und der gesamten westlichen Welt steigt der Altersdurchschnitt und die Zahl chronisch kranker Patient*innen. Um das Gesundheitssystem auf diesen demographischen Wandel vorzubereiten und Praxen, Apotheken und Krankenhäuser besser zu vernetzen, wurde mit dem Telematiksystem eine Infrastruktur geschaffen, die Akten und Medikation drahtlos kommunizieren kann und Versicherten auf Wunsch ihre elektronische Krankenakte auf Handy oder Tablet anzeigt

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Für uns besonders wichtig und bereits derzeit relevant ist hierbei die App auf Rezept. Dies zertifizierte Apps, die Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen nun verschreiben dürfen und deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.
Das Verzeichnis umfasst etwa Apps wie deprexis (eine Webanwendung, die bei Depressionen verschrieben wird), elevida (einer App für MS-Patient*innenn), Kalmeda (einer App für Betroffene von Tinnitus) und einigen weiteren Applikationen. Derzeit ist die Zahl der zertifizierten Apps noch relativ gering, doch in Zukunft werden weitere Apps hinzu kommen.
Für Patient*innen bedeutet dies besseres Management ihrer Erkrankungen, ein leichterer Datenaustausch mit den behandelnden Praxen und letztlich auch ein digitaler Service rund um die Uhr.

Die Apps können nicht nur ärztlich oder therapeutisch verschrieben, sondern auch bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden. Sie dienen zur Erkennung und Überwachung von Symptomen und können in vielen Fällen auch eine Behandlung oder Linderung von Krankheitsverläufen bieten. Grundsätzlich erhalten Apps das Zertifikat vom Gesundheitssystem nur dann, wenn sie für User*innen nur ein geringes Risiko beinhalten und keine körperlichen Schäden verursachen können.

Der Gebrauch dieser Anwendungen ist also für die meisten Zwecke unbedenklich. Für Anwender*innen gilt natürlich außerdem, dass die Apps keine personenbezogenen Daten zu Werbezwecken sammeln dürfen und dass die einfache Bedienbarkeit gewährleistet ist, um auch älteren und weniger technikaffinen Menschen den Zugang zu digitaler Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen. Das Konzept von der App auf Rezept ist bereits jetzt ein eHealth Trend, den Sie in der Praxis erleben können, die Möglichkeiten der Digitalisierung reichen allerdings weiter und bieten einen spannenden Ausblick auf einen Wandel im Gesundheitssystem.

Der Point of Care liegt dichter bei Patient*innen

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Foto: agenturfotografin / © stock.adobe.com

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es ganz selbstverständlich, dass Sie mit Verletzungen oder Erkrankungen in die Praxis oder ins Krankenhaus gegangen sind. Doch dank digitaler Lösungen und der Vernetzung verlagert dieser Point of Care sich zusehends weiter zu den Patient*innen. Damit spiegelt das Gesundheitswesen letztlich eine Entwicklung wider, die auch im Sales-Bereich längst stattgefunden hat. Sprechen wir von einer Kundenzentriertheit im wirtschaftlichen Kontext ist die Patientenzentrierung für den Health-Sektor die passende Terminologie. Erste Ansätze dessen lassen sich bereits jetzt in Form der digitalen Sprechstunde ablesen, die eine Anamnese aus der Ferne problemlos ermöglicht. Mittels Sensorik, Software und erweiterter Medizintechnik können zudem gesundheitsrelevante Daten übermittelt werden und werden auch über längere Zeit im Alltag gesammelt. Bereits die Pulsmessung durch eine Smartwatch und die genaue Überwachung der Entwicklungen ermöglichen Ärzt*innen einen viel detaillierteren Einblick in die Patientenhistorie und dienen auch als Grundlage für einen notwendigen Termin vor Ort. Damit wird die digitale Diagnostik zur perfekten Ergänzung von Sprechstunden in der Praxis.

Persönlichere Behandlung durch Künstliche Intelligenz

Schnellere und zuverlässigere Diagnosen, das wünschen sich alle Patient*innen, der Einsatz von KI wird in den nächsten Jahren eine noch größere Verbreitung finden. Bereits heute gehört Künstliche Intelligenz in vielen Bereichen des Gesundheitswesens zum Standard und wird beispielsweise genutzt, um Krebstherapien abzustimmen.

Ziel ist es dabei keineswegs, Ärzt*innen zu ersetzen, sondern im Gegenteil den persönlichen Fokus im Zwiegespräch Mediziner*in und Patient*in zurück zu gewinnen. Eine schnellere und präzisere Diagnose erlaubt mehr Zeit für wichtige Rückfragen und Zwischenmenschliches, um Vertrauen zu gewinnen und persönliche Erfahrungen zu teilen.
Gerade durch KI rückt der Mensch stärker in den Mittelpunkt, derzeit fördert die Bundesregierung Projekte zu Sensorik, Kommunikation, Algorithmen und Datennutzung im Gesundheitsbereich.
Wie das konkret aussehen könnte, verraten bereits jetzt spannende Projekte wie ein virtueller Radiologe, der von der UCLA in Kalifornien entwickelt wurde oder das Projekt InnerEye für die Diagnose von Augenkrankheiten

Zuverlässige Informationen aus zentraler Stelle

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Das Internet hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Quelle unerschöpflicher Informationen erwiesen, sondern auch als Infektionsherd, in dem sich Desinformation rasant verbreitet. Besonders bei Gesundheitsthemen ist dieser Trend als kritisch einzustufen, denn das Klischee der Patient*innen, die vor dem Arztbesuch ihre Symptome googeln, ist längst Realität. Wie also kann sichergestellt werden, dass die Digitalisierung sich vorteilhaft auf das Gesundheitsbewusstsein der Bürger*innen auswirkt? Das Bundesministerium für Gesundheit arbeitet an einem nationalen Gesundheitsportal, das Bürger*innen helfen soll, gemeinsam mit Ärzt*innen informierte Entscheidungen zu treffen und einfache Fragen zu beantworten. Das Gesundheitswesen beginnt schließlich nicht erst mit dem Arzttermin, sondern liegt jeden Tag in den Händen der Bürger*innen selbst.

Weitere eHealth Trends mit Zukunftspotential

Virtual Reality ist den meisten Menschen indes ein Begriff und für viele jüngere User*innen bereits in die eigene Freizeit integriert. Doch VR-Technologien bieten auch medizinisches Potential und können eingesetzt werden, um Aversionen, Stress, Angstzustände und posttraumatische Belastungsstörungen zu therapieren.
Auch Big Data wird in den nächsten Jahren eine wachsende Rolle spielen und die Logistik im Gesundheitswesen verbessern.

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Digital ausgestellte und digitalisierte Rezepte machen es leichter, den Überblick über Bestände an Medikamenten zu bewahren, Trends zu erkennen und rechtzeitig nachzubestellen. Auf individueller Ebene kann ein besseres Datenmanagement verhindern, dass Patient*innen falsche oder für sie gefährliche Medikationen erhalten.
Natürlich stellt sich im Gesundheitswesen immer auch eine Kostenfrage, denn je besser die Ausgaben verwaltet werden können, desto effizienter kann Patient*innen in Not geholfen werden. Ein riesiger Kostenfaktor hierbei sind chronische Erkrankungen und genau dort lässt sich durch Digitalisierung sehr gut sparen bei gleichzeitig verbessertem Service. Der Schlüssel liegt in Wearables, von Pulsmessern bis Sensoren, die den Blutzuckerlevel aus dem Schweiß heraus lesen, machen tragbare Sensoren Patient*innen das Leben jeden Tag etwas leichter^.

Von eHealth zu einem gesünderen Gesundheitssystem

Die Digitalisierung des Gesundheitssystems hat viele Facetten und reicht von der digitalen Krankenkarte über die verschriebe App und den Pulsmesser hin bis zur KI-Diagnose. All diese Techniken erlauben KrankenhäusernTherapiezentrenPraxen und Apotheken eine bessere Koordination, einen leichteren Zugriff auf relevante Patientendaten und letztlich eine sicherere und effizientere Diagnose.
Der demographische Wandel erfordert einen neuen Ansatz im Gesundheitsmanagement und gleichzeitig ist es wichtig, den digitalen Komfort, den User*innen heutzutage aus der privaten Wirtschaft gewohnt sind, ins Gesundheitssystem zu übertragen.
Jede dieser Änderungen hilft Patient*innen letztlich dabei, besser mit Erkrankungen umzugehen und auch im Alltag gesund zu bleiben.

Fotoquellen: Adobe Stock, https://stock.adobe.com; https://elements.envato.com

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