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Folgen einer Computerspiel-Sucht

Inhaltsverzeichnis
Folgen einer Computerspielsucht

Computerspielsucht klingt oft harmloser, als sie ist. Bei Computerspielsucht geht es um Computerspielen in unkontrolliertem Ausmaß. Doch oft geht die Gaming Sucht nicht nur mit Videospielen einher, sondern ist eine Kombination aus übersteigertem Konsum von Medien aller Art. In diesem Beitrag lernen Sie, was es mit Süchten rund um Computerspiele und Medien auf sich hat.

Wie viel tägliche Bildschirmzeit ist gesund?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jede Art von kontrolliertem und maßvollen Medienkonsum unbedenklich ist, solange durch sie kein Leidensdruck entsteht oder andere Lebensbereiche vernachlässigt werden. Dennoch sollten 2-3 Stunden vor dem Bildschirm nicht überschritten werden, da dies Augen, Gehirn und das körperliche Wohlbefinden gefährdet. 

Besonders bei Kindern und Jugendlichen sollte auf die Dauer der Bildschirmzeit geachtet werden, da junge Menschen oft weniger Kontrolle über ihr Medienverhalten haben und besonders bei aufregenden Computerspielen schnell die Zeit vergessen. Ist das Gehirn noch in der Entwicklung, kann übermäßiges Gamingverhalten oder extrem hoher Medienkonsum die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Eltern sollten mit ihren Kindern dementsprechend feste Zeiten, Regeln und Grenzen vereinbaren, um das Medienverhalten ihrer Kinder im Blick zu behalten und dafür Sorge tragen, auch andere Lebensbereiche und Freizeitaktivitäten zu pflegen.

Dennoch muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Sucht beim Spielen nicht nur Kinder betrifft, sondern auch viele Erwachsene belastet. Gerade soziale Isolation und fehlende Ansprache sind gute Grundlagen zur Entwicklung einer Sucht. Und auch, wenn erwachsene Gehirne sich nicht mehr so schnell entwickeln, wie die von Kindern, kann exzessives Medienverhalten das Gehirn schädigen.

Wie erkennt man Suchtverhalten am Computer?

Egal, um welche Form von Sucht es geht: Sucht erkennt man an grundlegenden Merkmalen: Sozialer Rückzug, Vernachlässigung von anderen Lebensbereichen, unkontrollierbare Verhaltensweisen und subjektiver Leidensdruck. Wenn das Spielen am Computer zum Lebensmittelpunkt wird und keine anderen Freizeitaktivitäten mehr den gleichen, befriedigenden Effekt haben, könnte das ein starker Hinweis auf eine Sucht sein. Auch, wenn sich eine Person sozial zurückzieht, um mehr Zeit am Computer zu verbringen, ist dies ein Warnsignal. Leiden zudem noch andere Lebensbereiche wie Gesundheit, Hygiene oder der Zustand der Wohnung unter dem exzessiven Medienverhalten, liegt ganz eindeutig eine Sucht vor.

Meist baut sich eine Sucht schleichend auf und zeigt erst im Laufe einiger Jahre ihr volles Ausmaß. Die Übergänge zur Sucht sind oft fließend und unauffällig. Es ist dementsprechend nicht immer leicht, sie sofort zu erkennen.

Wie wirkt sich die Sucht auf das Gehirn aus?

Ähnlich wie bei anderen Suchtmitteln, wie zum Beispiel Drogen oder Alkohol, stimuliert suchtartiges Spielen das Belohnungssystem im Gehirn. Die Synapsen erkennen, dass Spielen etwas Positives ist und definieren das persönliche Glücksempfinden neu. Um diesen Effekt aufrecht zu erhalten, müssen Häufigkeit und Dauer der Spielsessions ständig zunehmen. Die Strukturen des Gehirns passen sich perfekt an die dauerhafte Suche nach Belohnung und Erfolg an und brauchen ständig höhere Dosen, um für konstantes Glücksempfinden zu sorgen. 

Doch das Spielen am Computer hat nicht nur negative Auswirkungen auf das Gehirn: Spielen kann bei einigen Menschen die Reflexe verfeinern, logisches Denken fördern und systematische Problemlösung lehren. Dies gilt jedoch nur für eine gesunde, maßvolle Nutzung von Computer und Medien. Da das Gehirn beim Spielen meist nur virtuell stimuliert wird, sollte Spielen nicht mit echten Erfahrungen verwechselt werden.

Wie wirkt sich Spielsucht auf die Entwicklung der Motorik aus?

Die Folgen von exzessivem Spielen sind vielfältig. In der Motorik kann suchthaftes Spielen zu Impulsstörungen führen, die es gerade Jugendlichen und Kindern erschweren, körperlich ruhig zu bleiben. Die mangelnde Bewegung führt zudem zu fehlender Entwicklung der Grob- und Feinmotorik. Gerade bei Kindern, deren Hirn- und Bewegungsentwicklung durch Spielen in der echten Welt geformt werden, kann sich eine Computersucht negativ auf Präzision, Kraft und Beweglichkeit auswirken.

Spielwiese Internet: Die populärsten Dienste von Jugendlichen unter 16 Jahren

2021 wurden in Österreich die verbreitetsten Internet-Plattformen miteinander verglichen. Jugendliche bis 16 Jahre nutzen laut Studien in absteigender Sortierung vor allem Whatsapp, Youtube, Instagram, Snapchat, Facebook und TikTok. Dabei werden Nutzerquoten von bis zu 98% verzeichnet. Das bedeutet, es gibt kaum Jugendliche, die nicht mindestens einen der Dienste regelmäßig verwenden. 

In der Gamer Szene werden vorallem Youtube, Discord und Twitch komsumiert, die sich zu einem großen Teil um die Neuigkeiten, Communities und Besonderheiten der Gamer Welt drehen. Leider können diese Arten der Vernetzung Suchtverhalten fördern, da langes Spielen am Computer immer weiter normalisiert wird.

Mehrere Details zu dieser Studie finden Sie unter www.statista.com

Was kann man tun um Spielsucht zu vermeiden oder zu behandeln?

Suchthaftes Spielen und zwanghafter Medienkonsum ist zwar ein ernstzunehmendes Problem, aber durchaus behandelbar. Bei einigen Jugendlichen ist die Spielsucht nur eine Phase, die irgendwann von selbst verschwindet, wenn andere Lebensthemen an Wichtigkeit gewinnen. Bei anderen zieht sich die Sucht in ein Maß zurück, das zwar noch problematisch, aber durchaus mit einem normalen Alltag vereinbar ist. Doch in einigen Fällen ist aktives Handeln gefragt.

Gerade Eltern, die bei ihren Kindern problematisches Spielverhalten entdecken, sollten über einen neuen Umgang mit Medien nachdenken. Wichtig sind feste Strukturen und Regeln, routinierte Bildschirmzeiten und das Angebot von Freizeitalternativen. Kinder, die neben dem Computer noch viele andere Freizeitmöglichkeiten haben, leiden seltener unter Sucht und unmäßigem Spieleverhalten. Zudem ist es wichtig, Kindern Erfolgserlebnisse zu bieten, die nichts mit dem Computer zu tun haben. So wird das Belohnungszentrum im Gehirn nicht geschädigt und kann sich normal entwickeln. 

Liegt ein drastisches Suchtproblem vor, kann es zudem hilfreich sein, sich an Eltern im Freundeskreis, die Schule oder einen Verein zu richten, um hilfreiche Tipps zum Umgang mit der Sucht zu erhalten. In besonders dramatischen Fällen gibt es zudem Einrichtungen und psychotherapeutische Angebote, um die Sucht zu bekämpfen.

Wenn Erwachsene bei sich selbst oder anderen eine Sucht feststellen, sollten sie offen darüber sprechen und das Problem anerkennen. Die Sucht zu erkennen ist der erste Schritt zur Heilung. Es kann hilfreich sein, die Bildschirmzeit bewusst und aktiv zu reduzieren, sich Alternativen zu suchen und auch außerhalb des PCs Erfolgserlebnisse zu finden. Desweiteren sollten andere Lebensbereiche gestärkt werden: Gesundheit, soziales Miteinander und eine schöne Umgebung sind Faktoren, die sich sehr positiv auf den Weg aus der Sucht auswirken können. Zwar passiert es leicht, in eine Computersucht zu verfallen, doch ebenso leicht und machbar sind die Wege zurück. Wer die Maßlosigkeit am PC gerne reduzieren möchte, sollte sich entsprechende Recherchequellen, Hilfsangebote und Unterstützer suchen.

  • https://www.scinexx.de/news/biowissen/gehirn-erzeugt-spieler/
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108238/umfrage/nutzung-sozialer-medien-durch-jugendliche-in-oesterreich/.

Fotoquellen: Adobe Stock, https://stock.adobe.com; https://elements.envato.com

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