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Die Darmspiegelung: 8 Fragen – 8 Antworten

Inhaltsverzeichnis
Darmspiegelung Wien

Die Darmspiegelung, in der medizinischen Fachsprache auch als Koloskopie oder – gemäß ihrer Gattung – als Endoskopie bezeichnet, ist eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren bei der Früherkennung von Krebs und in der Krebsvorsorge überhaupt. Hier erfahren Sie alles, was Sie als Patient über das Thema Darmspiegelung wissen sollten. Anhand ausführlicher Antworten auf typischerweise gestellte Fragen.

1. Was ist eine Endoskopie?

Endoskopie ist ein aus den altgriechischen Wörtern für “innen” (éndon) und “beobachten” (skopein) gebildeter fachsprachlicher Kunstbegriff. Als Endoskopie werden Untersuchungen und bestimmte Behandlungsmethoden im Inneren von Körperhöhlen und Hohlorganen wie zum Beispiel Blase, Darm oder Lunge bezeichnet.

Bei der Endoskopie kommt ein spezielles medizinisches Gerät, das sogenannte Endoskop, zur Anwendung. Beim Endoskop handelt es sich verkürzt dargestellt um einen gut beweglichen Schlauch aus Gummi oder Metall, der an seiner Spitze eine Kamera und eine Vorrichtung zur Ausleuchtung des Untersuchungsraumes trägt.

Es gibt verschiedene Arten der Endoskopie, wobei das jeweils verwendete Endoskop entsprechend der jeweils spezifischen Anforderungen in Größe und Form variiert. Relativ verbreitete Formen der Endoskopie sind etwa die Arthroskopie, die Bronchoskopie und die Art der Endoskopie, um die es in diesem Beitrag geht: die Koloskopie.

2. Wann ist eine Endoskopie indiziert?

Die Endoskopie ist immer dann das Mittel der Wahl, wenn andere bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Ultraschalluntersuchung oder das Röntgen entweder keinen oder keinen ausreichenden Befund liefern. Da mithilfe einer Endoskopie auch kleinere Eingriffe wie etwa die Entnahme von Gewebeproben durchgeführt werden können, nutzt man sie außerdem, um bereits gestellte oder in Betracht gezogene Befunde zu belegen und zu erhärten.

Die Endoskopie hat darüber hinaus den Vorteil, ein besonders zuverlässiges und direktes Verfahren zu sein. Der Untersucher kann zum Beispiel bei der Koloskopie das Rektum und den gesamten Dickdarm des Patienten ganzheitlich explorieren und dabei Auffälligkeiten sehr gut beobachten und dokumentieren.

3. Warum und wie oft soll man eine Darmspiegelung machen?

Die Darmspiegelung ist ein elementares und deshalb ganz zentrales Instrument im Kampf gegen den Krebs. Denn gerade Darmkrebs entwickelt sich oft über relativ lange Zeiträume. Wobei es sehr gute Therapieerfolge gibt, sofern die Diagnose in einem frühen Stadium der Entwicklung gestellt werden kann. Sie sollten das Thema also ernst nehmen und sich spätestens beim Erreichen Ihres fünfzigsten Lebensjahres einer einmaligen Koloskopie unterziehen.

Eine zweite Untersuchung dieser Art sollte dann mit sechzig sowie mit siebzig usw., also etwa alle zehn Jahre, erfolgen. Viele Fachärzte für Gastroenterologie empfehlen zudem, ab dem sechzigsten Lebensjahr alle drei Jahre eine sogenannte kleine Darmspiegelung (Sigmoidoskopie) durchführen zu lassen. Dabei exploriert der Untersucher den Dickdarm nur bis zu einer Tiefe von etwa vierzig bis sechzig Zentimetern und somit immerhin in einem Bereich, in dem rund zwei Drittel aller Tumoren entdeckt werden. Zudem empfehlen sich regelmäßige Untersuchungen des Stuhls auf okkultes Blut in etwa dreijährigem Rhythmus.

Über die Routineuntersuchungen in Sachen Vorsorge hinaus gibt es jedoch auch akute Indikationen für eine Darmspiegelung. So sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und nach einer Darmspiegelung fragen, wenn Sie

4. Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Eine Darmspiegelung erfolgt in Seiten- oder Bauchlage des heutzutage zumeist sedierten Patienten. Im ersten Schritt führt der Untersucher das per Gleitmittel gängig gemachte Koloskop über den Anus in das Rektum und den Dickdarm ein und schiebt es vorsichtig weiter voran, bis er den Blinddarm bzw. den Übergang zum Dünndarm des Patienten erreicht. Im zweiten Schritt leitet er ein Gasgemisch in den Darm, welches diesen leicht aufbläht und dadurch weitgehend entfaltet.

Im dritten Schritt beginnt der Untersucher, das Koloskop langsam zurückzuziehen und hat nun die Möglichkeit, die gesamte Darmwand des Patienten nach und nach einer genauen optischen Beurteilung zu unterziehen. Dabei unterstützt ihn ein multifunktionales Computer-Programm, das die von der Kamera erfassten Bilddaten seinerseits im Rahmen einer umfassenden Analyse auswertet.

Zudem kann der Untersucher über das Koloskop kleinere Eingriffe gleich während der Untersuchung selbst durchführen. Dazu gehören etwa die Entnahme von Biopsien, die Entfernung von Polypen und die Versorgung sowie das Stillen akuter Blutungen.

Je nach Aufwand variiert die Dauer einer Darmspiegelung zwischen einer Viertelstunde und circa einer Stunde. Da jedoch eine Vorbereitung und eventuell eine Sedierung des Patienten nötig sind, ist der eigentliche Zeitaufwand für denjenigen, der sich der Darmspiegelung unterzieht, um einiges höher als für den Untersucher selbst.

5. Wie sieht die Vorbereitung auf eine Darmspiegelung aus?

Um die Darmwand exakt beurteilen und befinden zu können, muss der Darm des Patienten vollständig entleert sein. In der Regel ist daher vor einer Darmspiegelung Abstinenz angezeigt. Das heißt: Außer Wasser und dem Präparat, das Ihnen zur Reinigung Ihres Darms verordnet wird, dürfen Sie vor einer Darmspiegelung 24 Stunden lang nichts zu sich nehmen.

Neben der Reinigung des Darms ist es heute üblich, Patienten kurz vor der Vornahme einer Darmspiegelung mit einem intravenös verabreichten, leicht sedierenden Präparat zu beruhigen. Was den großen Vorteil hat, dass Sie die Behandlung kaum merken und deshalb auch nicht als schmerzhaft bzw. unangenehm empfinden. Der Nachteil ist, dass Sie nach der Verabreichung eines solchen Präparates 24 Stunden lang keine Maschinen bedienen und kein Kraftfahrzeug führen dürfen.

Es empfiehlt sich also, eine Darmspiegelung nicht als “Termin zwischendurch” zu handeln. Sie sollten damit rechnen, einen vollen Kalendertag nicht oder nur sehr bedingt einsatz- und arbeitsfähig zu sein.

Übrigens: Die Sedierung vor der Untersuchung ist wie gesagt heutzutage üblich. Bei den meisten Patienten wäre sie aber nach verbreiteter fachärztlicher Meinung nicht wirklich notwendig. Denn eine fachgerecht durchgeführte Koloskopie verursacht bei einem gesunden Patienten keine Schmerzen. Das Problem sind eher Verkrampfung und das damit verbundene subjektive Schmerzempfinden.

6. Was muss ich nach einer Darmspiegelung beachten?

Sofern der Untersucher bzw. Ihr Arzt Ihnen keine besonderen Hinweise mit auf den Weg gibt, brauchen Sie nach einer Darmspiegelung nichts besonderes zu beachten. Außer wie oben bereits erwähnt die 24-Stunden-Regel im Hinblick auf das Steuern von Kraftfahrzeugen und das Bedienen von Maschinen einzuhalten, falls Sie während der Untersuchung sediert wurden.

Allenfalls sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Ihre durch die Reinigung strapazierte Darmflora in den folgenden Tagen eine kleine Erholungspause verdient hat. Essen Sie also besser zunächst leicht und verzichten Sie auf reizende Gewürze sowie auf den übermäßigen Verzehr von Kaffee oder Alkohol.

7. Welche Nebenwirkungen kann eine Darmspiegelung haben?

Jede medizinische Maßnahme kann Nebenwirkungen zeitigen. Dieser Grundsatz gilt selbstverständlich auch für die Koloskopie. Das betrifft zum einen leichte Nebenwirkungen. So berichten manche Patienten nach einer Darmspiegelung über ein vorübergehendes Gefühl der Aufblähung im Abdominalbereich sowie über temporär vermehrt abgehende Winde.

In manchen Fällen kommt es zu Komplikationen wie etwa Blutungen infolge der Entnahme von Gewebeproben oder der Entfernung von Polypen. Selten kann es zu Verletzungen der Darmwand kommen und – sehr selten – zur Übertragung von Erregern.

Ist der Patient bereits erheblich vorerkrankt, besteht die Möglichkeit, dass der Untersucher die Darmspiegelung abbrechen muss, weil ein weiteres Vordringen mit dem Endoskop Schäden verursachen könnte, die nicht im Verhältnis zum Erfolg der Untersuchung stehen.

8. Wer bezahlt eine Darmspiegelung?

Eine Koloskopie ist ein relativ kostenaufwendiges Verfahren und daher von einer ärztlichen Zuweisung abhängig. Sofern diese vorliegt, übernimmt Ihre Krankenversicherung alle mit Ihrer Darmspiegelung verbundenen Kosten.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und mit Ihrer Krankenversicherung über die Möglichkeiten, die Sie rund um die Themen Darmspiegelung und Krebsvorsorge haben. Und darüber, wie Sie diese Ihre Möglichkeiten auf einem für Sie günstigen Weg erweitern können.

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