Skip to content

Die Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kalkschulter?

Das Schultergelenk ist von Sehnen umgeben, die sogenannte Rotatorenmanschette. Bei einer Kalkschulter lagern sich Kalziumsalze „Kalk“ im Ansatzbereich der Sehnen ab. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen. In Abhängigkeit von der Lage und der Größe des Kalkdepots kann dieses zu plötzlichen Beschwerden und sehr starken Schmerzen führen. In vielen Fällen liegt zusätzlich eine Verengung des Sehnengleitlagers unter dem Schulterdach vor was als Impingement bezeichnet wird.
Aufgrund dieser Enge kann es zu einer vermehrten Reibung der Sehne führen. Infolge der Reibung entstehen Entzündungsherde, an denen dann Kalk bzw. Calcium eingelagert werden kann.

Was sind die Ursachen einer Kalkschulter?

Die Ursachen für die Entstehung einer Kalkschulter konnten bislang noch nicht abschließend und eindeutig geklärt werden und werden bis heute diskutiert.

Es gibt einige Hinweise für eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung als Ursache mit einer Minderdurchblutung der Sehnen und einer dadurch auftretenden reaktiven Kalkablagerung. Eine Kalkschulter tritt vermehrt bei Frauen im mittleren Lebensalter zwischen 40-50 Jahren auf. Grundsätzlich kann sie jedoch bei Männern und Frauen jeden Alters auftreten. Ein Risikofaktor ist der Diabetes mellitus.

Welche Symptome hat man bei einer Kalkschulter?

Die Symptome einer Kalkschulter variieren in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung, der Größe und der Lage des Kalkdepots. In der Frühphase der erkrankung haben die meisten Betroffenen keine Beschwerden. Die Patienten klagen in der Akutphase häufig über massivste Schmerzen im vorderen und äußeren Schulterbereich mit Ausstrahlung in den Oberarm. Die Patienten können den Arm häufig aktiv schmerzbedingt garnicht mehr heben. In den meisten Fällen klagen die Patienten auch über einen Nachtschmerz beim Liegen auf der betroffenen Schulter.

Wie wird eine Kalkschulter diagnostiziert?

Zur Diagnostik einer Kalkschulter gehört zunächst eine Ultraschalluntersuchung ( Sonographie). Mit dieser kann die Rotatorenmanschette dargestellt werden und das Kalkdepot sehr gut lokalisiert werden. Häufig liegt eine begleitende Schleimbeutelentzündung vor, eine sogenannte Bursitis, welche ebenfalls dargestellt werden kann.

Ergänzend zur Ultraschalluntersuchung gehört eine Röntgendiagnostik des Schultergelenk zur Diagnosestellung dazu. Mit Hilfe der Röntgenaufnahme können Pathologien des Schultergelnks dargestellt werden sowie das Kalkdepot.

Eine MRT und/oder CT Untersuchung sind meistens nicht erforderlich.

Wie wird eine Kalkschulter behandelt?

Die Behandlung einer Kalkschulter ist zunächst konservativ d.h. es ist in der Regel keine Operation erforderlich.

Zur konservativen Behandlung gehören:

Erfolgschancen der Kalkschulterbehandlung?

Die Behandlung einer Kalkschulter führt in den meisten Fällen nach ca 4 Wochen zum Behandlungserfolg mit deutlicher Schmerzreduktion bis hin zur Schmerzfreiheit. Die Beweglichkeit des Schultergelenks kann in der Regel bereits früher wiederhergestellt werden. In bis zu 40% der Fälle kann eine Kalkschulter auch auf der anderen Seite auftreten.

blank

verfasst von:

Dr. Raffael Nepp, Facharzt für Orthopädie
Stellvertretender Leiter und Oberarzt der Schmerzabteilung im Franziskus Spital Margareten

In meiner Ordination biete ich Ihnen eine individuelle und fundierte medizinische Versorgung nach neuesten Erkenntnissen an. Im Vordergrund stehen die genaue Diagnosestellung und das beratende Gespräch sowie fachliche Kompetenz.Alternative Heilmethoden ergänzen sinnvoll die orthopädische Facharztbehandlung. Seit über 10 Jahren bin ich als Arzt tätig

Fotoquellen: Adobe Stock, https://stock.adobe.com; https://elements.envato.com

Weitere interessante Artikel

Unser Gesundheitsblog mit aktuellen Themen rund um Medizin & Prävention