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Verstehen Sie Eisenmangel: Symptome, Ursachen und Behandlungsoptionen

Inhaltsverzeichnis
Alle wichtigen Nährstoffe für Eisen

Wenn trotz der steigenden Temperaturen im Frühling die Haut blass und der Antrieb reduziert bleibt, kann Eisenmangel die Ursache sein. Bei bis zu zehn Prozent der europäischen Bevölkerung liegt ein Mangel des Spurenelements vor. Ein Eisenmangel kann sich hinter diversen unspezifischen Symptomen verbergen. Die guten Nachrichten für Betroffene: Ein Arzt kann die Mangelerscheinung mittels einer Blutuntersuchung diagnostizieren und wirksame Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Warum benötigt der Körper Eisen?

Eisen ist ein Spurenelement, das in verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten ist. Der Körper baut das Element in das Hämoglobin ein. Dabei handelt es sich um ein eisenhaltiges Protein, das in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) von Wirbeltieren vorkommt und für den Transport von Sauerstoff im Organismus verantwortlich ist. Es ist das Eiweiß, das dem Blut seine rote Farbe verleiht.

Wenn ein Eisenmangel vorliegt, bildet das Knochenmark weniger Hämoglobin, sodass die Anzahl der Erythrozyten abnimmt. Fachleute bezeichnen eine deutlich verminderte Zahl an roten Blutkörperchen als Anämie. Der Mangel an Erythrozyten führt zu einem gehemmten Sauerstofftransport innerhalb des Körpers, was sich nachteilig auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus auswirkt. In Europa sind etwa 80 % der diagnostizierten Anämien auf einen Eisenmangel zurückzuführen.

Ursachen von Eisenmangel

In den meisten Fällen ist ein Eisenmangel auf eine einseitige Ernährung zurückzuführen. Vegetarier und Veganer sind besonders häufig von der Mangelerscheinung betroffen, da pflanzliche Nahrungsmittel weniger Eisen enthalten als fleischhaltige Produkte. Außerdem ist der Eisenbedarf bei Schwangeren, stillenden Müttern sowie Säuglingen und Kleinkindern erhöht. Bei diesen Personengruppen kann auch eine ausgewogene Ernährung zu einem Mangel an Eisen führen.

Bei der Prävalenz der Mangelerscheinung bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede: In Europa sind rund 20 % der Frauen im gebärfähigen Alter von Eisenmangel betroffen, während der Wert bezogen auf die Gesamtbevölkerung zwischen fünf und zehn Prozent liegt.

Diese Differenz ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen:

Schwangere leidet unter Eisenmangel

Eisenmangel - diese Symptome verursachen die Mangelerscheinung

Fachleute unterscheiden zwischen einem Eisenmangel und der Eisenmangelanämie. Letztere ist eine Folge der Mangelerscheinung. Bei Eisenmangel sind die Eisenvorräte des Körpers reduziert, ohne dass das Hämoglobin betroffen ist.

Längerfristig kann ein unbehandelter Eisenmangel Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Herzrasen, niedrigen Blutdruck, Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung und Konzentrationsschwierigkeiten verursachen. Zu diesen charakteristischen Hinweisen auf einen Eisenmangel kommt es, wenn der Körper nicht mehr ausreichend Hämoglobin bilden kann. Außerdem kann ein Mangel an Eisen zu Haarausfall, eingerissenen Mundwinkeln, Kopfschmerzen, Schluckschwierigkeiten (Dysphagie), brüchigen Nägeln sowie einem Pochen und/oder Rauschen in den Ohren führen. Gelegentlich verspüren die Betroffenen das Verlangen, Dinge wie Papier oder Eiswürfel zu essen.

Diagnose des Eisenmangels

Die meisten Betroffenen begeben sich in ärztliche Behandlung, wenn sie dauerhaft unter den oben beschriebenen Symptomen leiden. Die unerklärliche Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit ist oftmals Anlass für ernsthafte Sorgen um die Gesundheit.
Eine Blutuntersuchung ermöglicht Rückschlüsse auf einen Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie.

Die Abklärung eines Eisenmangels erfolgt durch die Bestimmung verschiedener Laborparameter. Zu diesen gehören die Werte für Ferritin, Hämoglobin und das Knochenmark-Speichereisen. Überdies kann das Labor den Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen (Hämatokrit) und das mittlere Volumen der Erythrozyten (MCV) analysieren, um den Verdacht auf die Mangelerscheinung zu erhärten oder auszuschließen.
In seltenen Fällen sind weiterführende diagnostische Verfahren wie eine Magen- und/oder Darmspiegelung angezeigt. Da die Aufnahme des Eisens in den Blutkreislauf im oberen Teil des Dünndarms erfolgt, können Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts einen chronischen Eisenmangel sowie eine Eisenmangelanämie verursachen.

Möglichkeiten zur Behandlung eines Eisenmangels

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Eisenmangel oder einer Eisenmangelanämie hängen sowohl von der Ursache als auch vom Schweregrad ab. In den meisten Fällen ist eine Ernährungsumstellung geeignet, um den Mangel an Eisen auszugleichen. Eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch, Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse und Vollkornprodukten stellt normalerweise eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement sicher. Da Vitamin C die Aufnahme von Eisen fördert, empfiehlt es sich außerdem, regelmäßig Brokkoli, Paprika, Tomaten und Zitrusfrüchte zu verzehren.

Oftmals kommen bei der Behandlung eines Eisenmangels Präparate zur Anwendung, die die Betroffenen in Form von Tabletten, Kapseln oder Säften einnehmen. Bei schweren Ausprägungsgraden kann die Gabe von eisenhaltigen Infusionen angezeigt sein. Dieser Behandlungsansatz kommt auch infrage, wenn die Betroffenen mit erheblichen Unverträglichkeitsreaktionen auf die Einnahme von Eisenpräparaten reagieren.

Die Umstellung der Ernährung ist der Anwendung von Präparaten möglichst vorzuziehen, da die medikamentöse Therapie gelegentlich Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung verursacht. Liegt die Ursache des Eisenmangels in einer Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, ist eine Behandlung dieser Grunderkrankung erforderlich.

Zusammenfassung: Eisenmangel erkennen und behandeln

Ein chronischer Eisenmangel kann zu einem Mangel an roten Blutkörperchen führen. Die daraus resultierende Eisenmangelanämie kann sich durch unspezifische Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und einen Verlust der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit zeigen. Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Der Eisenmangel sowie die daraus folgende Eisenmangelanämie sind durch eine Ernährungsumstellung und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie mit Eisenpräparaten behandelbar.

Fotoquellen: Adobe Stock, https://stock.adobe.com; https://elements.envato.com

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