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Disruption in der Krebsforschung

Inhaltsverzeichnis

Foto: Vitanovski / © stock.adobe.com

Von TTFields bis mRNA: Neue Erkenntnisse in der Krebsforschung

Krebs ist nach wie vor eines der Hauptthemen im Gesundheitswesen. Dabei hat die Krebsforschung gerade in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht. Neue Erkenntnisse erleichtern es Ärzten, die richtige Diagnose zu stellen und eine passende Behandlungsmethode zu wählen. Zu den neuesten Methoden gehören unter anderem sogenannte TTFields.

Welche aktuellen Behandlungsmethoden für Krebs gibt es?

In der Krebstherapie stützt sich alles auf die Methoden der Chemo- und der Strahlentherapie. Außerdem wird in den meisten Fällen der Tumor operativ entfernt. Welche Therapieform zum Einsatz kommt, hängt weitgehend von der Krebsart und dem Stadium der Erkrankung ab. Unter den genannten Therapieformen ist die Chemotherapie am aggressivsten: Mithilfe von Medikamenten werden Krebszellen daran gehindert, sich weiterzuvermehren. Da die bei der Chemotherapie eingesetzten Medikamente eine systemische Wirkung aufweisen, werden auch gesunde Zellen angegriffen.

Im Gegensatz zur Chemotherapie bewirkt die Strahlentherapie eine mehr oder weniger gezielte Behandlung der Krebszellen. Allerdings werden auch bei dieser Therapieform gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen. Dank neuer Techniken ist eine präzisere Bestrahlung möglich, die sich vorwiegend auf das Tumorgewebe beschränkt.

Im frühen Stadium der Krankheit kann eine Operation ausreichen, um den Tumor vollständig zu entfernen und den Krebs zu heilen. Die Operationstechnik ist von der Krebsart abhängig. In manchen Fällen ist nach der operativen Entfernung des Tumors eine weitere Behandlungsmethode notwendig.

Die vierte Säule der Krebsbehandlung umfasst verschiedene Verfahren der Immunonkologie. Bei dieser Therapieform soll das eigene Abwehrsystem des Körpers gestärkt werden und Krebszellen vernichten. Trotz des guten Ansatzes muss man bei dieser Behandlungsform mit starken Nebenwirkungen rechnen. Deshalb werden immunonkologische Verfahren nur selten eingesetzt.

Was sind die statistischen Heilchancen für verschiedene Krebsarten?

Fast die Hälfte der Bevölkerung erkrankt im Laufe ihres Lebens an Krebs, hauptsächlich mit zunehmendem Alter. Wenn es in den ersten fünf Jahren nach der Behandlung zu keinem Rückfall kommt, gilt der Patient als geheilt. Nach Ablauf dieser Frist sind Rückfälle SEHR unwahrscheinlich. Die Heilchancen bestimmter Krebsarten unterscheiden sich nach Geschlecht. Darüber hinaus gehören bestimmte geschlechtsspezifische Krebsarten zu den am häufigsten vorkommenden onkologischen Erkrankungen. Bei Frauen stehen die Chancen für eine vollständige Heilung bei Hautkrebs am besten, bei Männern ist es der Prostatakrebs. Bei Brust- und Gebärmutterkrebs haben sich die Überlebenschancen in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert. Unabhängig vom Geschlecht stehen die Chancen bei einer Krebserkrankung von Leber, Lunge oder Bauchspeicheldrüse am schlechtesten. Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung.

Was ist die Kombinationstherapie?

Unter der Kombinationstherapie versteht man im Allgemeinen die Behandlung einer Krankheit mit verschiedenen Therapien, die einander ergänzen und dadurch zu einem besseren Ergebnis führen. Die einzelnen Medikamente entfalten unterschiedliche Mechanismen. Dadurch lässt sich ein Rückfall vermeiden. Die Dosierung ist von Patient zu Patient verschieden und wird so gewählt, dass die Therapie zu optimalen Ergebnissen bei minimalen Nebenwirkungen führt. Bei Krebs kommt oft eine Mischung aus Operation, Chemo- und Strahlentherapie zum Einsatz. Auch in diesem Zusammenhang spielen Krebsart und Stadium eine vorrangige Rolle. Es gibt Krebsarten, bei denen Tumore durch einen operativen Eingriff nicht gänzlich entfernt werden können. Dazu gehören unter anderem nicht kleinzelliger Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Blasenkrebs. Bei anderen Krebsarten hingegen ist ein operativer Eingriff die erste Behandlung, die vorgenommen werden muss, um den Krebs zu heilen. In den meisten Fällen wird bis zu einem gewissen Grad eine Kombinationstherapie empfohlen, wobei Zusammensetzung und Dauer der Therapie direkt vom Gesundheitszustand des Patienten abhängig sind.

Worin besteht die Forschungsarbeit von Novocure?

Novocure betreibt Forschung für die Behandlung folgender Krebsarten:

– Hirnmetastasen
– Eierstockkrebs
– Bauchspeicheldrüsenkrebs
– Leberkrebs
– Magenkrebs
Lungenkrebs

Dabei befasst sich das Unternehmen vor allem mit der Forschung im Bereich der sogenannten TTFields. Bereits 2019 kam es zum erfolgreichen Abschluss mehrerer klinischer Studien. Statt Medikamente oder Strahlen einzusetzen, macht sich Novacure die Eigenschaften von sich teilenden Krebszellen zum Vorteil.

Welche Bedeutung haben TTFields in der Krebstherapie?

Die TTFields-Therapie wird auch als Optune-Therapie bezeichnet. TTFields (Tumortherapiefelder) sind elektrische Wechselfelder, die in den Teilungsprozess der Krebszellen eingreifen und diesen stören. Die TTFields müssen dabei eine bestimmte Frequenz aufweisen. Sie wechseln sich 100.000 bis 300.000 Mal pro Sekunde ab und dringen in die Krebszellen ein. Dabei werden Zellproteine beeinflusst, die eine stark polare Ladung aufweisen. Die von den TTFields auf die Proteine ausgeübten Kräfte verhindern deren Zellteilung und erlauben es ihnen nicht, überlebenswichtige Strukturen zu bilden.

Die TTFields-Therapie erfolgt ambulant und kann sogar zu Hause durchgeführt werden. Sie ist gut in den Alltag integrierbar und hat kaum Nebenwirkungen. Somit stellt sie eine ausgezeichnete Alternative zu herkömmlichen Therapieformen dar. In der Regel melden Patienten lediglich leichte Hautirritationen. Derzeit ist die TTFields-Therapie in Europa und den Vereinigten Staaten für die Behandlung von Hirntumoren (Glioblastom) zugelassen. Darüber hinaus wurde in Europa im Jahr 2020 eine weitere TTFields-Therapie zur Behandlung des malignen Pleuramesothelioms (MPM) zertifiziert. Beim malignen Pleuramesothelioms handelt es sich um eine aggressive Krebserkrankung, die das Lungenfell angreift.

Wie könnte mRNA auch bei der Heilung von Krebs helfen?

Über mRNA ist vor allem im Zusammenhang mit dem Covid-19-Impfstoff die Rede. Doch es besteht auch die Hoffnung, dass die Technologie bei Krebs helfen könnte. Schon seit rund 20 Jahren arbeiten Forscher an diesem Konzept. Genau wie die m.RNA bei der Coronaimpfung in der Lage ist, Virusteilchen nachzubauen und somit das Immunsystem auf den Ernstfall vorzubereiten, kann sie auch bösartige Krebszellen erkennen und zerstören. Dank m.RNA könnten in Zukunft maßgeschneiderte Impfungen gegen Krebs verabreicht werden. Aktuell forscht das Pharmaunternehmen Biontech an einem m.RNA-Impfstoff gegen Hautkrebs.

Fotoquellen: Adobe Stock, https://stock.adobe.com; https://elements.envato.com

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